Ameisenbären gehören zu der Unterordnung Vermilingua und bestehen aus genau vier heute lebenden Arten. Obwohl sie alle Insektenfresser sind, unterscheiden sie sich stark in Größe, Lebensraum und Lebensweise.
Der Große Ameisenbär
Der Große Ameisenbär ist die größte und wohl auffälligste Art seiner Familie. Mit seinem langen, röhrenförmigen Kopf, dem buschigen Schwanz und dem ruhigen, gemächlichen Gang wirkt er fast wie ein Tier aus einer anderen Zeit. Er lebt in den offenen Landschaften und Wäldern Mittel- und Südamerikas und streift dort meist allein durch sein Revier. Trotz seines friedlichen Erscheinungsbildes ist er ein hochspezialisierter Insektenjäger: Mit seinen kraftvollen Vorderkrallen öffnet er Ameisen und Termitennester und holt die Beute mit einer beeindruckend langen, klebrigen Zunge heraus. Und das ganze bis zu 150 mal pro Minute!

Der Große Ameisenbär besitzt keine Zähne. Seine Nahrung wird deshalb im Magen mithilfe kleiner Steinchen und starker Muskulatur zerkleinert. Seine Nase ist außergewöhnlich empfindlich und hilft ihm, Insektennester selbst unter der Erde zu orten. Während er normalerweise ruhig und scheu ist, sollte man ihn im Notfall nicht unterschätzen! Aufgerichtet auf die Hinterbeine nutzt er seine langen Krallen, die sogar Großraubtiere in die Flucht schlagen.
Trotz seiner Robustheit ist der Große Ameisenbär heute gefährdet. Der Verlust seines Lebensraumes, Straßenverkehr und gelegentliche Brände setzen den Beständen zu. Dennoch bleibt er ein faszinierender Botschafter für den Schutz südamerikanischer Ökosysteme.
